Stillen

Yasmin war also da und ich hatte mir schon während meiner Schwangerschaft vorgenommen zu stillen. Leider stellte sich aber heraus, dass es doch schwieriger war als gehofft.

Da unsere Kleine ja 4 Wochen zu früh kam, hatte ich demnach noch keinen Milcheinschuss. Sie wurde mir zwar direkt nach Geburt angelegt, aber sie trank nicht. Am zweiten Tag, gegen Mittag schoss dann endlich die Muttermilch ein, leider nur nicht genug. Ich fing an mir Sorgen zu machen, da ich ja stillen wollte, sie aber nicht richtig an der Brust trank und sie an Gewicht verlor.

Ich las zwar, dass es normal sei, wenn ein Neugeborenes in den ersten Tagen an Gewicht verliert, aber die Schwestern machten mich verrückt, da sie ja zu früh kam. Mir wurde u.a. auch vorgeworfen, dass ich nicht ganz gegen Fläschchen sein sollte usw. Naja, ich las natürlich auch u.a. in meinen tollen Ratgebern, dass man nicht gleich in den ersten Wochen die Flasche geben sollte, wenn man eigentlich stillen will. Eine andere Schwester riet mir dann, ich sollt doch die Muttermilch abpumpen, dass würde nämlich die Milchproduktion steigern. Ich tat es, die Muttermilch floss und unsere Kleine bekam endlich was zu essen. Da es aber immer noch nicht genug war, sollte ich zufüttern. Eigentlich auch etwas, was ich nicht wollte. Aber ich tat es, aus Angst meine Kleine würde noch mehr abnehmen und auch aus Angst, gleich am ersten bzw zweiten Tag als Rabenmutter oder als egoistisch zu gelten.

Ich hatte also keine Ahnung, war extrem verwirrt, machte mir Sorgen und anstatt dass die Schwestern mir von Anfang an den Tipp mit dem abpumpen gaben oder mir das richtige anlegen zeigten oder mir die Angst nahmen, machten sie mich nur fertig.

Ich hatte solch ein schlechtes Gewissen! Habe es eigentlich immer noch auf einer bestimmten Art und Weise, ich wollt doch nur das Beste für unser Kind. Und was gibt es besseres als Muttermilch?

Bei der Entlassung, wurde mir wieder gesagt, da Yasmin noch nicht zugenommen hatte, ich sollte nicht zu stur sein und die Flasche ihr anbieten. Hallo? Ich gab doch schon nach und sie bekam ja es Fläschchen.

Endlich zu Hause, hatte ich erstmal den Babyblues.. ich war so verwirrt und hatte immer noch Angst, dass unsere Kleine nicht zunehmen wird und vielleicht doch in den Brutkasten kommt. Ich schickte meinen Mann Pre – Nahrung kaufen, um sie alle drei Stunden(wie vom Krankenhaus empfohlen) zu füttern. An der Brust trank sie einfach nicht, weil sie wahrscheinlich noch zu schwach war. Also besorgte ich mir noch eine elektrische Milchpumpe.

Ich pumpte also die Muttermilch ab und verfütterte sie und versuchte immer wieder, leider erfolglos, anzulegen.

Sie bekam also Muttermilch und Pre – Nahrung im Wechsel. Leider ging auch nach wenigen Wochen die Muttermilchproduktion zurück. Logisch, wenn man maximal und mit viel Glück nur dreimal am Tag pumpen kann.

Sie ist jetzt 10 Wochen alt und vor einer Woche habe ich endgültig abgestillt. Es kam, leider, wenn überhaupt nur noch eine Mahlzeit heraus.

Wenn ich also wieder schwanger werden sollte und noch ein Kind bekomme, werde ich alles anders machen. Ich werde einfach öfters anlegen und am Anfang nur pumpen, um die Milchproduktion anzuregen. Und mich natürlich nicht beeinflussen lassen. Ich bin nämlich nach wie vor der Meinung, dass es nichts besseres gibt als die Muttermilch. Früher ging es doch auch, da gab es ja noch keine Fläschchen & Co., es gab nur die Brust. Ich hätte mich nicht verrückt machen sollen und einfach geduldig sein. Frühchen hin oder her.

Es tut mir für mein Kind leid, aber dass sie wächst und gedeiht (mittlerweile an die 5kg) zeigt auch, dass die Pre – Nahrung auch sein Soll erfüllt hat.

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Die Geburt

Am 3.August schliesslich hatte ich sehr regelmässige wehen, sodass ich meinem Mann auf der Arbeit anrief. Ich ging natürlich vorher in die Badewanne, um zu testen, ob’s echte Wehen sind oder nicht. Es wurde nicht besser. Dann schrieb ich die Zeiten der Wehen auf und schliesslich rief ich im Kreißsaal an um nachzufragen, ob ich kommen muss.

Im Krankenhaus angekommen wurde ein CTG angelegt und eine Untersuchung durchgeführt. Muttermund 6cm offen und immer noch regelmässige wehen. Ich sollte doch spazieren gehen. Gesagt, getan. Doch es tat sich nix. Dann machten wir wieder den Badewannentest. Die Wehen wurden stärker und ich wollte aus der tollen Badewanne raus. Jetzt war endgültig klar, sie wird gleich da sein. Ich bekam also die PDA, die ich als sehr schmerzhaft empfand. Mittlerweile war es nachts und der 4.August. Dank der PDA konnte ich aber schlafen. Mein Mann verbrachte die Nacht weniger gemütlich, schlaflos, auf einem Stuhl.
Um 7 Uhr wurde ich, mit heftigen Unterleibsschmerzen und starken Beinschmerzen wach. Ich klingelte glaub ich dreimal nach einer Schwester, weil ich der Annahme war die PDA liess nach. Es wurde nachgespritzt, doch die Schmerzen wollten einfach nicht verschwinden.
Was mir keiner vorher sagte, dass die PDA bei den Geburtswehen nix mehr nutzt. Ich hatte Höllen Schmerzen, das Gefühl meine Beine würden abfallen und irgendetwas schweres im Schritt. Leider, war gerade Hebammenwechsel  und ich musste warten bis endlich eine Hebamme kam.
Herein kam dann endlich eine etwas ältere, rabiate Hebamme. Sie untersuchte mich und meinte ganz trocken „es ist soweit, ich sehe schon den Kopf. Sie müsse jetzt pressen!“ zeigte mir wie und weg war sie. Ich sah meinen Mann an, der genau wie ich perplex war. Doch ich hatte nicht die Zeit mir Gedanken zu machen. Ich hatte Schmerzen und war mit meinem Mann alleine im Kreißsaal.
Mir kam es wie eine Ewigkeit vor bis die Hebamme endlich zurückkam. Kurzdrauf war auch eine Frauenärztin, eine Auszubildende und eine Sozi anwesend. In diesem Moment war es mir einfach egal, wer Einblick in mein Intimstes hatte. Ich wollte einfach, dass der Schmerz aufhört und unser Kind im Arm halten. Ich fühlte mich wie in einem Trancezustand, ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wo mein Mann stand, aber dass es weh tat. Ich durfte nicht schreien, da ich die Kraft zum pressen brauchte.
Yasmin war da und ich fix und fertig. Aber verdammt glücklich. Der Papa natürlich auch.
Sie war zwar 4 Wochen zu früh gekommen, aber musste glücklicherweise nicht in den Brutkasten.

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Meine Schwangerschaft

Aber alles war gut, bis auf die Tatsache, dass ich meiner Arbeitslosigkeit näher rückte. Ich hatte zwar ab dem Tag meiner Arbeitslosigkeit keinen körperlichen Stress, dafür aber seelischen Stress. Ich musste zum Arbeitsamt rennen, drei verschiedenen Berater erzählen, warum, wieso und weshalb ich meine unbefristete Arbeit gekündigt hatte. Es war ein einziges Hickhack! Nervenaufreibend!
Ich fühlte mich schlecht, ohne Arbeit und schlecht behandelt vom Arbeitsamt. Das war ja schliesslich so nicht geplant und ich wollte nie in meinem leben Geld vom Staat bekommen. Auch wenn ich 5 Jahre fleissig in die deutsche Staatskasse meine steuern zahlte. Was blieb mir aber anderes übrig? Denn eine Schwangere stellt doch niemand ein. Ich machte mir Sorgen ums Geld, ich hatte sogar ein schlechtes Gewissen meinem Mann gegenüber. Meine finanzielle Unabhängigkeit war futsch! Klar, es ist mein Ehemann, aber genau wie ich mir mal vornahm kein Geld vom Staat zu wollen, wollt ich auch nicht von jemandem abhängig sein, auch wenn’s der eigene Mann ist! Ich musste es aber so hinnehmen, ändern konnte ich sowieso nix daran!

Im Mai ungefähr hatte ich schon meine ersten Übungswehen. Ich dachte mir nix dabei, laut meinen tollen Ratgebern sei das ja nix ungewöhnliches. Beim nächsten Arzttermin erzählte ich meinem Frauenarzt davon. Daraufhin hat er mich dann vaginal untersucht und entdeckt das mein Muttermund schon 2cm geöffnet war.
Ich sollte von da an zarter machen, was mir zugegebener Weise verdammt schwer fiel. Ich sass schliesslich den ganzen Tag allein zuhause rum, bis mein Mann von der Arbeit kam. Machte mir aber auch Gedanken und hatte Angst, dass unser Baby zu früh auf die Welt kommt und wahrscheinlich nicht überlebt oder monatelang in den Brutkasten muss.
Aber wir hatten Glück! Ich musste zwar im Juli wegen vorzeitigen Wehen ins Krankenhaus, aber dort bekam ich wehenhemmende Mittel und die Lungenreife für unsere kleine, für den Fall, dass es doch losgehen sollte. Leider vertrug weder ich, noch unser Wurm dieses Mittel. Wir bekamen beide Herzrasen und ich einen Puls von 200, sodass die Ärzte entschieden das Medikament abzusetzen. Im Krankenhaus musste ich nur liegen, bekam dreimal am Tag ein CTG gemacht und nach einer Woche durfte ich heim. Natürlich weiterhin Bettruhe. Was allerdings nicht ganz so möglich war, aber dennoch vorwiegend eingehalten wurde.

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Wie alles begann..

Gewollt, aber verdammt unverhofft wurde ich schwanger. Wir hatten es schon lange probiert und nach meiner Eileiterschwangerschaft quasi aufgegeben. Aber warum verhüten, wenn der Arzt meint es wäre bei mir sowieso nicht so leicht schwanger zu werden? Also entschied ich mich nicht zu verhüten, bzw wir, und mich beruflich neu zu orientieren. Gesagt, getan! Ich kündigte meinen unbefristeten Festvertrag, habe für den Übergang eine Teilzeitstelle angenommen, welche befristet war und ich natürlich wenn überhaupt die Hälfte von meinem alten Lohn verdiente. Ich bewarb mich bei unzähligen potenziellen Arbeitgebern, für Ausbildung und berufsbegleitendem Studium. Ich wollte mich beruflich ändern und dachte nicht mehr an unser Wunschbaby. Anfang des Jahres merkte ich, nachdem mein Mann mich erinnerte, dass ich eine Woche überfällig war. Es war an einem sehr späten Samstagabend, kein DM hatte auf und keine Apotheke, Sonntag natürlich auch nicht. Ich war schon ganz aufgeregt, aber auch ängstlich. Was ist wenn der Test schon wieder negativ ist? Was ist wenn der Test positiv ist? Wir haben doch jetzt viel weniger Geld! Und mein befristeterVertrag machte mir auch bange. Mein Mann konnte mich zwar für den Augenblick beruhigen, aber am Montag musste ich einfach einen Test kaufen. Ich ging also nach der Arbeit in den Schlecker, holte mir den billigsten Test, fuhr nach Hause und machte ihn nachmittags, statt wie empfohlen morgens mit dem ersten Morgenurin. Ich war alleine und glaubte meinen Augen nicht, dass nach nur wenigen Sekunden der Test sich positiv auswirkte. Ungeduldig wartete ich auf meinen Mann um ihm das mitzuteilen. Ich lief auf und ab, setzte mich ins Auto und fuhr ihn suchen, da er noch am joggen war und einfach noch nicht zuhause war. Als ich ihn fand, fuhren wir rasch nach Hause und ich zeigte ihm einfach den positiven Schwangerschaftstest. Wir waren glücklich, aber auch ängstlich…
Der Arzt bestätigte ein paar Tage später die Schwangerschaft und mit jedem Termin hatten wir Angst, dass irgendetwas nicht stimmen könnte.

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